Worum geht es?

Kopenhagen_Hafen_Radbrücke

Kommunen, Unternehmen und weitere Einrichtungen in der Region Stuttgart setzen auf ein nachhaltiges Mobilitätsmanagement mit vielfältigen Mobilitätsangeboten für Reisende und Pendelnde, um deren Abhängigkeit vom Privat-Pkw als alleiniges Verkehrsmittel zu reduzieren.

Mobilitätsmanagement (MM) setzt am Mobilitätsverhalten von Beschäftigten und Reisenden an. Im Fokus stehen dabei weniger der Aufbau von neuer Verkehrsinfrastruktur, sondern die

  • Steuerung der Mobilitätsnachfrage und
  • die Entwicklung, Vermarktung und effiziente Auslastung verkehrsmittelübergreifender Mobilitätsangebote.

Ziel ist es insbesondere, den Anteil des Umweltverbundes (ÖPNV, Rad- und Fußverkehr) am Modal-Split zu erhöhen, was der Gesundheitsförderung dient, Kosten spart und zu einer besseren Erreichbarkeit von Verwaltungs- und Produktionsstandorten führt.

 

Kopenhagen_Fisketorvet_RadPH

In der kooperativen Umsetzung von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft verbindet Mobilitätsmanagement regionales / kommunales Engagement

  • Entwicklung einer nachhaltigen Mobilitätsstrategie,
  • Einhaltung von Klima- und  Luftreinhaltezielen,
  • Umsetzung integrierter Stadtentwicklungsprozesse,

mit einzelbetrieblichen Interessen:

  • Erreichbarkeit, effiziente Anbindung der Unternehmensstandorte,
  • Kosteneinsparungen, bspw. durch die Reduktion von Parkflächen und Reisekosten,
  • Gesundheitsmanagement: gesündere, zufriedene, motivierte Beschäftigte,
  • Umweltschutz / Nachhaltigkeitsbericht,
  • Stärkung der Arbeitgebermarke: Fachkräfte.

 

Hintergrund:

Foto: R.Wirth/Evangelische Akademie

Die Region Stuttgart ist einer der wirtschaftsstärksten Ballungsräume Europas und Magnet für Unternehmen und Fachkräfte aus aller Welt. Die Schattenseite der starken Wirtschaftskraft ist das hohe Verkehrsaufkommen: Nach der Studie „Mobilität in Deutschland“ (MID 2017) legen die rund 2,8 Millionen Einwohner*innen im Schnitt täglich 39 Kilometer zurück, woraus eine tägliche Verkehrsleistung von über 108 Millionen Personen-Km-resultiert. Bei einem Anteil des Motorisierten Individualverkehrs (MIV, als Fahrer) am Modal-Split von 49 Prozent ergeben sich daraus über 53 Millionen gefahrene Pkw-Km am Tag.

Der Berufsverkehr hat in der Region Stuttgart einen Anteil an der täglichen Verkehrsleistung von 40 Prozent, woraus täglich über 43 Millionen Personen-Km (über alle Verkehrsmittel hinweg) resultieren, mit den damit verbundenen negativen Auswirkungen wie Lärm, Staus und hohen Schadstoffbelastungen. Aber auch die in den Stoßzeiten des Berufsverkehrs oft überfüllten Busse, S-Bahnen und Regionalzüge sind für Pendelnde und Reisende im öffentlichen Personenverkehr eine regelmäßige Belastung.

Der Trend ist unverkennbar: Bundesweit legen immer mehr Pendelnde im täglichen Berufsverkehr immer weitere Wege zurück – was vielfach zu immer längeren Staus und gestressten Autofahrenden führt. Gleichzeitig stehen Städte und Gemeinden, aber auch die Wirtschaft selbst vor der Herausforderung den Klimawandel zu bekämpfen und die Klimaschutzziele der Bundesregierung umzusetzen.

In Baden-Württemberg sollen laut dem Klimaschutzgesetz des Landes die Emissionen im Verkehrssektor in den nächsten 30 Jahren um 70 % gegenüber 1990 reduziert werden. Dabei lagen die CO2-Emissionen im Verkehrsbereich im Jahr 2018 sogar über denen des Referenzjahres 1990, was auf den unverminderten Anstieg der Fahrleistungen zurückzuführen ist!