Region Stuttgart: Nachhaltiger, spontaner, flexibler!

Region Stuttgart: Nachhaltiger, spontaner, flexibler!

Es tut sich viel im Namen der Mobilität, weltweit, überall in Deutschland und auch in der Region Stuttgart. Angetrieben werden die Innovationen, Trends und Entwicklungen dabei nicht nur von einem ständig wachsenden Mobilitätsbedarf, sondern insbesondere einer zunehmenden Vielfalt an Mobilitätsformen. Carsharing wird immer wichtiger, Elektroautos gelten als vielversprechende Zukunftstechnologie, das Fahrrad erlebt eine Renaissance und der öffentliche Nahverkehr bleibt unverzichtbar: So haben bei einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach jüngst knapp 80 Prozent der bundesweit Befragten angegeben, dass sie einen günstigeren öffentlichen Nahverkehr bei der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur für besonders wichtig halten.  Gleichzeitig ist die Zahl der Elektroautos im vergangenen Jahr weltweit von rund 3,4 auf 5,6 Millionen gewachsen – ein Anstieg um 64 Prozent.

Insgesamt lässt sich sagen: Mobilität wird nachhaltiger, spontaner – und vor allem flexibler. Damit verbunden ist ein steigender Informationsbedarf, dem die Landeshauptstadt Stuttgart, der Verband Region Stuttgart und die Kfz-Innung mit einer gemeinsamen und bisher einzigartigen Plattform Rechnung tragen wollen: dem „Virtuellen Zentrum für Elektromobilität“. Seit Ende März dieses Jahres können unter der Adresse http://www.emobil-region-stuttgart.de/ umfangreiche Informationen zu den derzeit verfügbaren E-Fahrzeugen, der Ladeinfrastruktur, den Händlern und Werkstätten sowie den verschiedenen Fördermöglichkeiten von Bund, Land und den Kommunen der Region abgerufen werden. Zum Service gehört unter anderem auch eine Karte, die alle öffentlich verfügbaren Ladestationen in der Region Stuttgart zeigt und ständig aktualisiert wird.

Eine Allianz anderer Art haben einige große Unternehmen und Arbeitgeber in der Region Stuttgart zusammen mit dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart geschlossen: das „Bündnis für Luftreinhaltung“. Zu den Partnern gehören die Daimler AG, die Porsche AG, die Robert Bosch GmbH, die Mahle GmbH, die Audi AG, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die AOK Baden-Württemberg, das Stuttgarter Marienhospital und die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW). All diese Unternehmen haben – ebenso wie die Verwaltungen von Stadt und Land – durch pendelnde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Dienstfahrten und Transporte einen großen Anteil am Alltagsverkehr, den sie künftig nachhaltiger gestalten wollen. Mit dem Bündnis haben sie sich nun verpflichtet, ihren Teil dazu beizutragen, um Fahrverbote für Euro-5-Diesel zu verhindern und mit geeigneten Maßnahmen noch in den Jahren 2019 und 2020 einen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität zu leisten. Zu den angekündigten Maßnahmen gehören unter anderem der massive Ausbau der Ladeinfrastruktur,  die Förderung des Radverkehrs in Betrieben sowie die Erweiterung des betrieblichen Mobilitätsmanagements, etwa in Form von Jobtickets und Heimarbeitsplätzen.

Ein weiterer Megatrend ist das autonome Fahren, bei dem Assistenzsysteme im Fahrzeug immer mehr Aufgaben übernehmen. Eine automatische Distanzregelung,  Einparkhilfen,  ein Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung, ein Stauassistent und das Erkennen von Verkehrszeichen sind nur einige davon. Die ehrgeizigste Herausforderung ist jedoch die Entwicklung vollständig selbstständig fahrender Serienautos, woran derzeit weltweit einige Hersteller mit großem Aufwand arbeiten, darunter auch die Unternehmen Daimler und Bosch. Ein bisher einmaliger Studiengang soll nun das nötige Know-how dafür vermitteln. Ideengeber ist erneut die Hochschulföderation SüdWest (HfSW), die neben dem Masterstudiengang Elektromobilität ab September 2019 auch den berufsbegleitenden Masterstudiengang für Autonomes Fahren startet. Mittels diesem werden die Studierenden auf den digitalen Transformationsprozess vorzubereitet und sie befassen sich dabei mit Fragen rund um die Entwicklung automatisierter Fahrzeuge. In der HfSW kooperieren die Hochschulen Aalen, Esslingen, Heilbronn, Mannheim, Ravensburg-Weingarten, Reutlingen sowie die Hochschule der Medien Stuttgart. Die Vorlesungen werden in Esslingen gehalten, Laborveranstaltungen sind an verschiedenen Standorten geplant.

Das sind nur einige Beispiele von vielen, die für den derzeitigen und künftigen Wandel in der Mobilität stehen und zeigen, was alles möglich ist. So haben die beiden Autobauer Daimler und BMW, eigentlich Konkurrenten, die gemeinsame Carsharing-Plattform „ShareNow“ gestartet. Ziel der Kooperation ist unter anderem, das Angebot auch in kleineren Städten und ländlichen Regionen auszubauen. Durch die Landeshauptstadt rollt derweil der neue Expressbus X1 der die Stadtbahnlinien entlasten und die Fahrgäste schneller ans Ziel bringen soll. Und ein weiteres Beispiel ist die Idee einer urbanen Seilbahn, die als Teil des öffentlichen Nahverkehrs für weitere nachhaltige Entlastung in Stuttgart sorgen könnte. In London ist solch eine Luftseilbahn schon seit 2012 in Betrieb. Welche Strecken und Trassen sich in Stuttgart dafür eignen könnten, wird derzeit von Experten untersucht.