Carsharing – elektrisch, flexibel, kostengünstig

Waiblingen emobil @Reiner Pfisterer

Nutzen statt besitzen – elektrisch, flexibel, kostengünstig

In rund 600 Städten und Gemeinden in Deutschland gehört Carsharing zwischenzeitlich zum festen Bestandteil des Mobilitätsangebots, die Region Stuttgart nimmt dabei einen bundesweiten Spitzenplatz ein.

Etabliert haben sich die neuen Carsharing-Angebote zudem auch in den Fuhrparks zahlreicher Unternehmen und den kommunalen Dienstflotten in der Region. Viele Firmen und Stadtverwaltungen kooperieren dabei mit einem ansässigen Carsharing-Anbieter, wovon letztlich beide Seiten profitieren.

Auch für viele private Haushalte ist Carsharing oftmals günstiger als ein eigenes Auto. Der Bundesverband Carsharing hat dazu eine einfache Faustregel aufgestellt: Wer weniger als 10.000 Kilometer im Jahr mit dem Auto zurücklegt, fährt unter dem Strich besser und billiger, wenn er sich ein Fahrzeug mit anderen teilt. Etabliert haben sich dabei zwei unterschiedliche Varianten: Beim stationsbasierten Carsharing stehen die Autos auf einem  festen Parkplatz, auf dem sie nach der Fahrt wieder abgestellt werden müssen. Reservierungen sind mehrere Wochen im Voraus möglich. Der Vorteil bei dieser Variante liegt in der Verlässlichkeit und im Preis: Eine Stunde Fahrt kostet zwischen vier und acht Euro, einschließlich Benzin. Beim so genannten Free-Floating stehen die Autos dagegen frei geparkt im Stadtgebiet und werden über das Smartphone geortet und gebucht. Nach der Fahrt können sie an einem beliebigen Ort im Nutzgebiet abgestellt werden. Diese Variante eignet sich für spontane Fahrten und One-way-Strecken, ist im Vergleich aber deutlich teurer.

PROJEKTE in der Modellregion für nachhaltige Mobilität 2012 – 2021

Waibingen e-mobil: dienstlich und privat

Waiblingen e-mobil (2) @Reiner Pfisterer

Die Stadtverwaltung Waiblingen setzt mit verschiedenen Mobilitätsangeboten auf Elektromobilität, um den Verkehr auf allen Ebenen möglichst ressourcenschonend und nachhaltig zu beeinflussen. Dazu gehören: Elektrisches Carsharing in Kooperation mit dem Carsharing-Anbieter stadtmobil für städtische Mitarbeiter und Bürger, zwei elektrische Dienstfahrzeuge, die von der Parkierungsgesellschaft und den Stadtwerken im Alltagsbetrieb eingesetzt werden, Ladeinfrastruktur an verschiedenen Ladepunkten in der Stadtmitte und am Bahnhof und eine Mobilitätsberatung in der Touristikzentrale. Zahlreiche Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit, wie Flyer und Veranstaltungen, ergänzen das Gesamtpaket. Zur Evaluation der Maßnahmen wurden jeweils zwei Haushalts- und Betriebsbefragungen durchgeführt. Wer sich über diese und weitere Angebote informieren möchte, findet im Mobilitätsportal der städtischen Internetplattform alle Angebote und Projekte der Stadt rund um eine nachhaltigere Mobilität.

CarSharing Renningen

Elektrisches Carsharing in Renningen

Seiner Zeit weit voraus war der Verein „Ökostadt Renningen e.V., als er bereits 1992 in Renningen das erste Carsharing mit sieben Nutzern und zwei Fahrzeugen gründete. Am 1. April 2017 feierte der Verein sein 25-jähriges Jubiläum. Heute nutzen 228 Familien (über 500 Fahrberechtigte) in Renningen und Weil der Stadt das Carsharing-Angebot, insgesamt stehen ihnen 24 Fahrzeuge zur Verfügung – vom praktischen Stadtflitzer über einen Kastenwagen bis zum großen Siebensitzer. Zudem können die Nutzer auf die Fahrzeuge von stadtmobil Stuttgart und Teilauto Neckaralb zugreifen. Im Projekt „Carsharing Renningen“ wurde die Flotte schrittweise auf E-Fahrzeuge umgestellt. So wurden mit Fördermitteln der Region fünf Ladestationen aufgebaut und acht elektrische Autos angeschafft. Fünf davon sind an den S-Bahn-Haltestellen in Renningen und Malmsheim stationiert, um das Carsharing noch stärker mit den Angeboten des ÖPNV zu vernetzen. Als neues Zugangsmedium wurde die polygoCard neu eingeführt.
Ökostadt Renningen e.V. – Carsharing

Carsharing inhouse – Mobilität und Wohnen im Fasanenhof

eSmart am Europaplatz/Fasanenhof @GWG

In Stuttgart-Fasanenhof werden die Themen nachhaltige Mobilität und Wohnbau miteinander verknüpft. Die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Baden-Württemberg (GWG) stellt beim Wohnbauprojekt Europaplatz mit über 200 Familien- und Seniorenwohnungen, einer Kita und einem Boardinghouse mit 63 Appartements drei elektrische Pkws, drei Pedelecs, zwei Lasten-Pedelecs und die passende Ladeinfrastruktur für das Inhouse-Carsharing zur Verfügung. Neben Eigentümern und Mietern sollen vor allem die Kurzzeitmieter in Boardingwohnungen angesprochen werden, für die sich die Anschaffung eines privaten Pkw nicht lohnt. Die Dokumentation der Ausleihen und Fahrten soll für weitere Wohnbauprojekte und Kommunen nutzbare Erkenntnisse erbringen: Nämlich darüber, ob und wie durch (geschlossene) Carsharing-Angebote in Verbindung mit Wohnbauprojekten die Anzahl der erforderlichen Stellplätze reduziert werden kann.