Mehr als Bus und Schiene – moderner ÖPNV

Expressbus @VRS/Gottfried Stoppel

Sämtliche Prognosen und Studien gehen davon aus, dass der Verkehr in den Ballungszentren und Metropolen in Zukunft weiter zunehmen wird. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, schon heute die Weichen für ein innovatives und zukunftsfähiges Mobilitätssystem zu stellen.

Damit der ÖPNV dabei auch weiterhin eine tragende Rolle spielen kann, muss er in verschiedene Richtungen entwickelt werden. Einerseits gilt es, die Streckennetze des Öffentlichen Nahverkehrs noch stärker mit den verschiedenen Angeboten der „Individuellen Massenmobilität“ zu verknüpfen, die immer mehr an Bedeutung gewinnen werden. Gemeint sind damit Angebote wie Carsharing, Sharing-Konzepte für Fahrräder, Pedelecs oder e-Scooter und auch Ruftaxis, die schon heute das Fahrplanangebot vor allem auf Strecken in ländlichen Gebieten oder abgelegenen Stadtteilen ergänzen, in denen am Abend oder am Wochenende wegen geringer Nachfrage keine Buslinie angeboten werden kann. Gleichzeitig ist es notwendig, bedarfsorientiert zusätzliche innovative Angebote zu entwickeln, um den ÖPNV zu entlasten und zu stärken. Mit dem autonomen Fahren kommen weitere Optionen hinzu.

Ein Beispiel dafür sind die regionalen Expressbusse, die der Verband Region Stuttgart im Dezember 2016  auf drei verschiedenen Strecken in Betrieb genommen hat. Die Linie X10 verkehrt zwischen Kirchheim und dem Flughafen, die Linie X60 pendelt zwischen Leonberg und dem Flughafen und mit der Linie X20 wurde eine direkte Verbindung zwischen den Städten Waiblingen und Esslingen eingerichtet. Die Idee hinter den komfortablen RELEX-Bussen ist, Tangentialverbindungen zu schaffen und eine Verbesserung der Reisezeit zwischen bestimmten Orten zu erreichen. Statt wie früher zunächst mit der S-Bahn zum Stuttgarter Hauptbahnhof zu fahren und dort in eine andere Bahn umzusteigen, ist es seither beispielsweise möglich, bequem mit dem Bus von Waiblingen nach Esslingen zu fahren. Die Nachfrage nach diesem neuen Angebot ist groß, im Gegenzug ergibt sich dadurch auch eine gewisse Entlastung für die S-Bahn.

Bus & Car @VVS

PROJEKTE  – Modellregion für nachhaltige Mobilität (2012 – 2021)

polygoCard – die Mobilitätskarte der Region Stuttgart

polygo Vielfalt @vvs

Im Zentrum der mobilen Zukunft steht die Intermodalität, also die optimale Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger entlang der Wegestrecken von Pendlern und Reisenden. Vom Pedelec über das Elektroauto bis hin zu Bus und Bahn: Jeder soll jederzeit den für sich optimalen Transportmix nutzen können. Der Schlüssel zur uneingeschränkten Mobilität in der Region Stuttgart ist die „polygoCard“ des VVS. Die Mobilitätskarte der Region dient als E-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr. Gleichzeitig kann man mit ihr weitere nachhaltige Mobilitätsangebote wie Carsharing, Leihräder und Leihpedelecs nutzen oder das eigene Elektrofahrzeug an der Ladesäule auftanken.

www.mypolygo.de

Intermodale Ankunftsebene in Ludwigsburg

Um den möglichst reibungslosen Umstieg der Fahrgäste zwischen Bus und Bahn zu ermöglichen, investiert die Region Stuttgart in digitale Fahrgastinformationssysteme mit Echtzeitinformationen über alle Mobilitätsangebote und Anschlussmöglichkeiten. So wurde in Ludwigsburg ein digitales Fahrgastinformationssystem im Ankunftsbereich des Bahnhofs installiert, das den Nutzern von Bus und Bahnen Echtzeitinformationen bezüglich der tatsächlichen Abfahrtszeiten und Verspätungen bereitstellt. Das Projekt wurde in das bundesgeförderte Schaufensterprojekt „Ludwigburg Intermodal“ eingebunden, in dem der Bahnhof zur Mobilitätsdrehscheibe ausgebaut wird.

Ludwigsburg, Fachbereich Nachhaltige Mobilität

Zentrale Buchungsstelle im Rems-Murr-Kreis – Einfach und bequem zum Ruftaxi

Wenn kein Bus mehr fährt oder man nicht aufs Pedelec oder Fahrrad steigen will, bleibt die Order eines Ruftaxis für den bequemen und sicheren Weg ans Reiseziel. Sogenannte „Anrufverkehre“ sind ein flexibles ÖPNV-Angebot und spielen eine zunehmend wichtige Rolle in Gebieten, in denen es für feste Buslinien keine ausreichende Nachfrage gibt. Insbesondere in den späten Abend- und Nachtstunden. Ruftaxis fahren auf Bestellung und überwiegend im Rahmen des VVS-Tarifs. Durch die Einrichtung einer einheitlichen Rufnummer ist es für die Fahrgäste noch einfacher, eine Vielzahl von Fahrten mit dem Ruftaxi abzudecken. Neben der telefonischen Vorbestellung in einem qualifizierten Call Center ist es in den Landkreisen Rems-Murr und Böblingen möglich, ein Ruftaxi online und mit dem Smartphone über die Elektronische Fahrauskunft (EFA) des VVS oder die VVS-App zu bestellen.

Anruftaxis beim VVS

Hightech in Böblingen: Vorfahrt für ÖPNV und Einsatzfahrzeuge

Sicherheit und Pünktlichkeit des ÖPNV haben in Böblingen Priorität. Durch die Bevorrechtigung von 75 Bussen auf 10 Linien im Stadt-/Linienverkehr und von 5 Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr werden Fahrplanstabilität und Sicherheit im Straßenverkehr gewährleistet. Hierfür werden die Fahrzeuge mit dem satellitengestützten System STREAM (Siemens) ausgerüstet. Das System greift mittels signalgesteuerter Ampelsysteme aktiv in die Verkehrssteuerung ein. Zusätzlich informiert die dynamisierte Fahrgastanzeige an den Bussteigen des ZOB in Böblingen in Echtzeit über Abfahrten und Verspätungen.

ÖPNV-Innovationspreis 2015