Elektromobillität und Ladeinfrastruktur

Die Region Stuttgart als Innovationsmotor und Pionierregion

Die Region Stuttgart ist bereits heute international führend im Bereich der Elektromobilität und ihrer vielen Anwendungsmöglichkeiten. Seit 2009 ist sie Modellregion Elektromobilität, von 2012 bis 2015 war sie zusätzlich eines von bundesweit vier Schaufenstern Elektromobilität, einem hoch dotierten Förderprogramm der Bundesregierung mit Pionierfunktion: Erstmals haben vier Regionen Deutschlands in diesem Rahmen beispielhaft und öffentlichkeitswirksam demonstriert, wie die mobile Zukunft in der Praxis aussehen kann.

 

 

Unter Federführung der WRS und der Landesagentur für neue Mobilitätslösungen und Automotive Baden-Württemberg (e-mobil BW GmbH) wurden in den Programmen rund 60 Einzelprojekte von Kommunen und Partnerunternehmen in der Region umgesetzt und 2000 verschiedenartige Fahrzeuge auf die Straße gebracht: Vom Elektroroller über diverse Elektrofahrzeuge bis zu den Diesel-Hybridbussen der SSB, die sich in der Landeshauptstadt Stuttgart im Linienverkehr bewährt haben.

 

Im Rahmen des Kofinanzierungsprogramms „Modellregion für nachhaltige Mobilität“ werden seit 2012 Projekte im Handlungsfeld Elektromobilität und Ladeinfrastruktur unterstützt. Diese gezielte Förderung soll helfen, Elektromobilität im öffentlichen Raum sichtbar zu machen, Entwicklungen anzuschieben, Experimentierzonen einzurichten und letztlich die Markteinführung von Elektrofahrzeugen in der Breite zu beschleunigen. Nur auf diesem Weg kann es gelingen, führende Automobilregion zu bleiben.

Wichtigste Voraussetzung, um die Elektromobilität voranzutreiben, ist der Aufbau und Ausbau eines flächendeckenden Netzes an Ladestationen. Darauf aufbauend wird in der Region Stuttgart ein dichtes Netz an Schnellladestationen aufgebaut. Das ambitionierte Ziel lautet: Jeder Bewohner in der Region Stuttgart, ganz egal wo er wohnt, soll maximal fünf bis zehn Minuten brauchen, um die nächste Schnellladestation anzufahren.

Eng verknüpft mit der Elektromobilität ist das autonome Fahren und seine Umsetzung im Rahmen innovativer Mobilitätskonzepte als Ergänzung zum ÖPNV. Vor diesem Hintergrund organisiert die WRS die regionalen Netzwerke TecNet ConnectedCar / Tecnet Datamotive über die sich die regionalen Hersteller der Automobilindustrie, IT-Spezialisten und Experten aus der Wissenschaft im Bereich automobiler Vernetzung und automatisiertem Fahren regelmäßig austauschen.

Beim Aktionstag Elektromobilität wird Stuttgart zur Hauptstadt der Elektromobilität. Auf dem Markt- und dem Karlsplatz finden sich umfangreiche Informationen zur Elektromobilität sowie Angebote zum Anfassen und Erleben. E-Autos und E-Scooter, Pedelecs, Lastenräder und vieles mehr stehen zum Ausprobieren bereit. Die wichtigsten Akteure der Region beantworten die Fragen der Bürgerinnen und Bürger und sorgen für einen unterhaltsamen und informativen Tag für die ganze Familie. Ein Begleitprogramm mit kurzen Vorträgen und Musikbeiträgen auf der Veranstaltungsbühne sowie ansprechende kulinarische Angebote runden den AtEm ab.

Über das Regionalprogramm „Modellregion für nachhaltige Mobilität“ wird im Jahr 2020 – in Kooperation mit dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg – das Forschungs- und Entwicklungsprojekt AMEISE auf den Weg gebracht: Als Ergänzung zum ÖPNV soll das HESS Areal in Waiblingen mit zwei (in der zweiten Projektphase) autonom fahrenden Minibussen bedient werden. Mit dem Land Baden-Württemberg laufen aktuell Gespräche über eine Förderung und Beteiligung.

Weitere Informationen zu den Themen

  • alternative Antriebe,
  • Elekromobilität und
  • automatisiertes Fahren

finden Sie auf der Webseite der Clusterinitiative CARS  der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart.

PROJEKTE der Modellregion für nachhaltige Mobilität (2012 – 2021) – Elektromobilität in der Region Stuttgart auf dem Vormarsch 

Elektro-Hybridbusse in Esslingen – on Tour mit und ohne Oberleitung

SVE_O Hybrid Bus

Elektromobilität hat in Esslingen am Neckar Tradition: Bereits seit 1944 verkehren im Stadtgebiet die elektrisch betriebenen Oberleitungsbusse. Bisher waren diese Busse auf der gesamten Strecke von der Oberleitung abhängig. Der besonders umweltfreundliche Elektro-Hybridbus ist dagegen flexibel. Mit Hilfe der innovativen Speichertechnologie „in motion charging“ lädt der Bus seine Batterien parallel zur Fahrt über das Oberleitungssystem und mit Hilfe von Bremsenergie nach. Damit kann der Bus weite Strecken ohne Oberleitung überbrücken und bewältigt selbst höchste topographische Anforderungen zwischen Bahnhof, Berkheimer Steige und Zollberg rein elektrisch. Esslingen ist im Jahr 2016 mit Förderung durch das Land Baden-Württemberg und durch die Region Stuttgart mit vier Elektro-Hybridbussen gestartet. Die Busse haben sich im täglichen Einsatz bewährt und die Stadt setzt auch weiterhin auf das innovative städtische ÖPNV-Angebot: Bis zum Jahr 2022 sollen insgesamt 15 Elektro-Hybridbusse im Stadtgebiet Esslingen unterwegs sein: rein elektrisch – mit und ohne Oberleitung.
Städtischer Verkehrsbetrieb Esslingen am Neckar – sve-es.de

Elektromobilität im Lehrbetrieb der Dualen Hochschule BW

Auch bei der Dualen Hochschule Baden-Württemberg hat Elektromobilität Einzug gehalten – und das ganz praktisch: Zwei Pedelecs und eine elektrische B-Klasse der Marke Daimler wurden angeschafft und stehen im Fuhrpark zur Verfügung. Die E-Fahrzeuge werden von Studierenden, Professoren und Dozenten für tägliche Fahrten im Rahmen des Lehrbetriebs genützt, der E-Pkw auch für die Fahrten des Technischen Dienstes zwischen den Standorten der DHBW Stuttgart und zu Partnerunternehmen. Für die nötige Stromversorgung wurde bereits im Juli 2013 eine Solarstromtankstelle mit zwei Ladepunkten aufgebaut. Der Strom dazu kommt von einer eigenen Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Hochschule. Die Solarstromtankstelle sammelt Daten, die von den Studierenden im Lehrbetrieb hinsichtlich Auslastung, Energieeffizienz und anderen Werten analysiert werden. Zusätzlich wurde der E-Pkw mit moderner Messtechnik ausgerüstet und steht Studierenden und Professoren für Studien und Testfahrten zur Verfügung. Im Dezember 2015 fuhr die elektrische B-Klasse in einer Kulturvergleichsstudie bis an die Universität Twente bei Enschede in den Niederlanden.
dhbw-stuttgart.de/

Strom ziehen mit einer Karte – zu jeder Zeit und (fast) überall

Eine zentrale Voraussetzung, um die Elektromobilität in Deutschland und weltweit auf den Vormarsch zu bringen, ist der flächendeckende Aufbau von öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur. Es muss sichergestellt sein, dass ein Elektromobilist von Stuttgart über Bietigheim bis nach Berlin fahren und sein Auto oder Zweirad an den verschiedenen Elektrotankstellen innerhalb und außerhalb der Region aufladen kann. Und das unkompliziert und ohne bürokratischen Aufwand. Mit Fördermitteln der Region Stuttgart haben die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim und die Stadtwerke Nürtingen Normal- und Schnellladestationen aufgebaut. Zusätzlich unterstützt die Region die Elektromobilität mit einer einheitlichen Ladekarte, mittels derer man in der Region Stuttgart Strom tanken kann und die Zugang zu einem deutschlandweiten Netz von 124 Stadtwerken mit 1.200 Ladepunkten bietet. Über Zusammenschlüsse und Roaming-Abkommen der Stromanbieter ist sie zudem auch im europäischen Ausland einsetzbar. Weitere Zugangsmedien für die elektrische Ladeinfrastruktur in der Region sind die polygoCard, eine App für das Smartphone und Zeitladetickets.
ladenetz.de

Stuttgart erprobt alternative Antriebe in der städtischen Abfallwirtschaft

AWS_Hybrides Abfallsammelfahrzeug im Einsatz

Die Fahrzeuge des städtischen Eigenbetriebs AWS Abfallwirtschaft Stuttgart sammeln jährlich rund 110.000 Tonnen Restmüll und legen rund 750.000 Kilometer im Stadtgebiet Stuttgart zurück. Lärm und Schadstoffemissionen sind die unerwünschten Begleiter des städtischen Serviceangebots. Um die Mobilität in diesem Bereich nachhaltiger zu gestalten, hat die Stadt im Jahr 2014 im Stadtgebiet mit seinen besonderen topographischen Bedingungen ein Fahrzeug mit Hybridantriebstechnik im Dauereinsatz erprobt. Auf Basis der Ergebnisse hat sich die Stadt für eine umweltfreundliche Alternative entschieden: Im Kampf gegen Feinstaub, Stickoxide und CO2 setzt sie auf Erdgasantrieb mit umfassender Sicherheitstechnik. Mitte Dezember 2016 hat die AWS sieben Abfallsammelfahrzeuge von Mercedes-Benz in Betrieb genommen.