Kommunales Mobilitätsmanagement

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Nicht nur in der Region Stuttgart stehen Städte und Gemeinden vor der enormen Herausforderung, die Klimaschutzziele von Bund und Land lokal umzusetzen. Dabei ist der Klimaschutz im Verkehrsbereich eine komplexe Aufgabe und erfordert ein abgestimmtes Vorgehen auf vielen Ebenen in der Kommunalverwaltung. So sind die einzelnen Funktionen in der Infrastruktur- und Angebotsplanung in den meisten Kommunen noch immer stark getrennt in

  • die Verkehrsplanung,
  • den Straßenbau,
  • den Öffentlicher Verkehr,
  • den Fahrrad – und Fußverkehr,
  • die Stadtentwicklung und Stadtplanung,
  • die Partizipation und Öffentlichkeitsarbeit.

 

Foto: Italien_Polizist_Segway/WRS

Ziel des kommunalen Mobilitätsmanagements ist es,

  • die verschiedenen Akteure und Verantwortungsbereiche zu vernetzen,
  • neue Projekte für eine nachhaltige Mobilität zu initiieren und
  • die vertrauensbasierte Kommunikation aller Beteiligten sicherzustellen.

Kommunale Mobilitätsmanager*Innen führen die Kompetenzen aus den verschiedenen Fachbereichen innerhalb der Verwaltung zusammen und sorgen für eine integrierte Planung und Umsetzung von verkehrsmittelübergreifenden Mobilitätangeboten. Darüber hinaus koordinieren sie den Austausch mit externen Anbietern von Mobilitätsdienstleistungen und bringen diese näher zusammen.

Durch das kommunale Mobilitätsmanagement nehmen Städte, Gemeinden und Landkreisverwaltungen eine besondere Rolle bei der Planung und Umsetzung einer intelligenten und nachhaltigen Mobilität ein:

  • Zum einen übernehmen sie eine Vorbildfunktion und setzen selbst geeignete Maßnahmen an ihren Verwaltungsstandorten um.
  • Zum anderen beraten sie die lokalen Akteure, insbesondere Unternehmen und Einrichtungen vor Ort hinsichtlich geeigneter Maßnahmen.
  • Als Lotsen stellen sie Kontakte innerhalb ihrer eigenen Verwaltungen sowie zu den zuständigen Verkehrsunternehmen her.
  • Sie organisieren lokale Netzwerke für den Wissens- und Erfahrungsaustausch vor Ort.

Foto: RegioRadStuttgart_Lastenrad/WRS

Die WRS unterstützt diese Aktivitäten in ihrer Regionalen Projektleitstelle und durch die Organisation von Netzwerken zum Mobilitätsmanagement.

Hintergrund:

Im Pariser Klimaschutzabkommen von 1990 haben sich die Vertragsstaaten das Ziel gesetzt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

„Die Staaten setzen sich das globale Ziel, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf „deutlich unter“ zwei Grad Celsius zu begrenzen mit Anstrengungen für eine Beschränkung auf 1,5 Grad Celsius.“ (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie).

Die Vertragsstaaten haben hierfür nationale und regionale Klimaschutzziele und –programme entwickelt, die über die Jahre immer wieder angepasst wurden.

So sollen in Baden-Württemberg laut dem Klimaschutzgesetz des Landes

  • bis zum Jahr 2030 eine Minderungsquote von 42% weniger CO2 und
  • bis zum Jahr 2050 eine Verminderung der CO2-Emissionen um 90 %

(über alle Sektoren hinweg) erreicht werden. Um dies zu erreichen, müssen die Emissionen im Verkehrssektor in den nächsten 30 Jahren um 70 % gegenüber 1990 reduziert werden!